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Historischer Sensationsfund:

Mobilitätsdaten für Berlin anno 2013 aufgefunden

Historischer Sensationsfund: Verkehrsstaatssekretär Gaebler lud die Weltpresse zum 17. Juni 2015 in die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ein.

Mit einiger Aufregung wurde eine Rekonstruktion der Mobilitätsdaten von 2013 erwartet.

Aber nein, er präsentierte eine Weltsensation - die, bisher als verschollene gegoltene, Originaldatei der TU Dresden.

Aber erzählen wir die unglaubliche Historie.

Es war einmal. Ja, so beginnen alle wirklich wichtigen Geschichten. Wir kennen sie aus unbeschwerten Kindertagen. Sie handeln zum Beispiel von grausigen Wölfen, täuschenden Schafspelzen und Großmüttern mit langen Zähnen. Also hört gut zu. Heute erzähle ich euch von einem wertvollen Schatz.

Es war einmal eine clevere Stadt.

In dieser Stadt lebte ein kluger Mann.

Nicht jeder konnte ihn verstehen. Nicht jedem konnte er vertrauen.

Deshalb beauftragte er weise Menschen aus einer fernen Stadt. Sie sollten die Wahrheit finden. Transparent sollte sie werden, die Wahrheit, für das ganze Volk und für deren Abgeordnete.

Ende 2014 sollte sie fertig sein, die Wahrheit.

Eines Tages. Ein neuer Hinweis im Internet.

April 2015. Das Volk wurde unruhig. Sollte denn 2014 niemals enden? Die Regierungsparteien wussten keine Antwort.

Mitte Mai 2015. Wirklich, die aktuellsten Mobilitätsdaten waren älter als die Piratenfraktion. Die Oppositions-Piraten legten sich gemütlich auf die Lauer.

Ende Mai 2015. Ole Kreins, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im AGH Berlin, radelte genüßlich an der Wuhle entlang. Gut so, aber auch er hatte keine aktuellen Zahlen.

Berlin trauert. Sind die Mobilitätsdaten von 2013 endgültig verschollen?

Stolz presentiert Staatssekretär Gaebler nun den Sensationsfund. Ihm ist es gelungen. In nur wenigen Monaten konnte die hochmoderne PDF-Datei von der TU Dresden bis auf die Web-Seiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt transportiert werden.

Die Welt fragt sich nun, wie konnte das gelingen. Immerhin wurde eine Übertragungsgeschwindigkeit von fast 1 km pro Tag erreicht.

Experten vermuten, dass dabei das drahtlose TTP/ip (Tauben Transport Protokoll) eingesetzt wurde. Bei diesem hochsensiblen Transportverfahren werden sogenannte Datenpakete von spezialisierten Brieftauben zwischen öffentlichen WLAN-Stationen übertragen.

An einer sogenannten Bridge (verbindet im Computernetz zwei Segmente Wikipedia) könnte es zu einem Paketverlust (Wikipedia) gekommen sein.

Der Fehler könnte frühzeitig bemerkt worden sein, wenn Informations-Experten des Senats das Datenpaket in einem Bildbericht über eine märchenhafte Radtour erkannt und die Bergung veranlasst hätten. ...

Und, wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

So enden typischerweies Märchen. Im wirklichen Leben könnte man jedoch auch Fragen stellen.

Warum wurde diese Datei nicht schon Ende 2014 den Abgeordneten zur Verfügung gestellt und veröffentlicht?

Aktualisierung 20.06.2015

Sonderbar, sonderbar. Es tauchen Zweifel auf. Das Märchen von den noch nicht vorhandenen Daten erscheint unglaubwürdig.

Wenn die Berliner Morgenpost bereits am 16.06.2015 über das unterschiedliche Mobilitätsverhalten in Bezirken berichten kann, dann verfügt der Verlag über Informationen, die der zuständigen Senatsverwaltung angeblich noch nicht vorliegen sollen. Oder?

Der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, hat erkannt. Eine moderne Verkehrspolitik braucht verlässliche Zahlen.

Sind alle verfügbaren Mobilitätsdaten der Studie SrV 2013 den Abgeordneten zugänglich?