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DADA am Moritzplatz (aktualisiert 03.03.2017)

25.08.2015 19:48 Uhr: Was ist das? Der Moritzplatz erhält neue Tattoos. Kriegsbemalung?

Der Sinn der Kriegsbemalung besteht darin, sich ein furchterregendes Äußeres zu geben und so den Gegner zu verunsichern und ihm Angst einzuflößen. Die Kriegsbemalung ist somit eine sehr alte Form der psychologischen Kriegführung. (Wikipedia)

25.08.2015 19:50 Uhr: Oh, Manitu. Goßer Geist, beschütze uns.

Karl May-Fans verkünden, dass der 112er am Moritzplatz nun nicht mehr gebraucht wird.

Das kannste knicken, meinen die Ungläubigen.

25.08.2015 19:56 Uhr: Am Moritzplatz herrscht das Recht des Stärkeren. So ist es geplant.

25.08.2015 19:58 Uhr: Wer grinst denn da so frech? Die kenn ich doch irgendwoher. Das Gesicht habe ich irgendwo schon gesehen.

Die Farbe jedenfalls - erinnert mich an Müll.

25.08.2015 20:06 Uhr: Also, die flache Kriegsbemalung wird uns alle nun beschützen. Alle, denn sie ist fast unüberwindlich. Fast.

25.08.2015 20:09 Uhr: Na ja, vielleich nicht ganz, sie ist aber faster unüberwindlich.

25.08.2015 20:12 Uhr: DADA. Völlig DADA.

Dadaismus: Im Wesentlichen war es eine Revolte gegen die Kunst von Seiten der Künstler selbst, die die Gesellschaft ihrer Zeit und deren Wertesystem ablehnten. Traditionelle Kunstformen wurden deshalb satirisch und übertrieben verwendet. (Wikipedia)

Zurück zu 19:58 Uhr: Jetzt fällt es mir wieder ein. Das ist doch Lady DADA, die Königin von Kreuzberg.

25.08.2015 20:14 Uhr: Aber nun wieder zur hoch sicheren Kriegsbemahlung. Sie ist - per Definition - am fastesten unüberwindlich.

25.08.2015 20:17 Uhr: Es ist wohl Müll, was wir hier sehen. Und wir werden teuer dafür bezahlen.

Das kannste knicken, meinen die Ungläubigen. Knick - knick - knickrig. DA - DA - DA

25.08.2015 20:18 Uhr: So fast, so schnell hingefurzt und nicht nachgedacht.

25.08.2015 20:20 Uhr: Und, jetzt können Kraftfahrzeuge nicht mehr zweispurig den Kreis befahren. Fast, fast, fast. Schlechtes Design darf auch teuer sein.

25.08.2015 20:23 Uhr: So ist es geplant. Total DADA.

Merke: Wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an alle Regeln halten, dann kann es am Moritzplatz keine Unfälle geben.

Der Moritzplatz ist jedoch ein Unfallschwerpunkt.

So war es bisher und so wird es in Zukunft sein.

Klickt das ruhig mal an.

Ach ja, ich wollte ja eigentlich erzählen, dass ich am Freitag wieder mit meiner Kamera am Moritzplatz stehen werde, um Bilder von der Critical Mass zu machen. Und, ich wollte sagen, dass ich ja kein Profi-Fotograf bin. Deshalb fahre ich drei Tage vorher hin und gucke mir das an. Die Lichtverhältnisse ändern sich nun mal.

Die obigen Bilder sind innerhalb einer halben Stunde entstanden. Ein Profi hätte da viel mehr rausholen können.

Bleibt noch die Frage, ob eigentlich Profis an der Verkehrsplanung beteiligt sind.

Aktualisierung 21.03.2016

Zwischenzeitlich hat der Polizeipräsident die Verkehrssicherheitslage 2015 auswerten lassen.

Der Moritzplatz gehörte auch 2015 zu den fünf Verkehrsunfallbrennpunkten für Radfahrer.

Starke Worte vom Landesvorstand des ADFC.

Betrachten wir jedoch die Unfallstatistk mit Radfahrerbeteiligung.

Die Zahl der verletzten Radfahrer hat sich 2015 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Wenn sich die Zahl der Unfälle im 2. Halbjahr deutlich verringert haben sollte, dann ist doch auch ein Rückgang der Unfallhäufigkeit für das Gesamtjahr zu erwarten.

Sicherlich ist es möglich, dass es für die Zahlen aus der Verkehrsstatistik 2015 ungewöhnliche Ereignisse verantwortlich sind. Nur, eine Entschärfung ist auf dieser Grundlage nicht erkennbar.

Detaillierte Auskünfte will das Polizeipräsidium jedoch nicht an Privatpersonen übermitteln.

Es ist primäre Aufgabe der UK, Unfallhäufungsstellen zu erkennen, Mängel der Verkehrsanlage zu analysieren, Abhilfemaßnahmen festzulegen und umsetzen zu lassen sowie deren Wirkung zu überprüfen. Der Moritzplatz war in diesem Zusammenhang ein wesentlicher Tätigkeitsschwerpunkt.

Da hat man im Polizeipräsidium sicherlich richtig formuliert. Die Aufgaben innerhalb der Verwaltung sind mehr oder weniger klar verteilt. Die Aufgaben im Land auch.

passt auf (aktualisiert 16.04.2016)

Gut, dann werden wir mal testen, wer seine Aufgaben erfüllt. Am 22.03.2016 verteilte Twitter drei Tweets.

an @polizeiberlin (Polizeipräsident) und @cjgaebler (Staatssekretär für Verkehr)


Die Aufpasser von Polizei und Senatsverwaltung reagieren - nicht.

an @OleKreins (SPD) und @CDUBerlin_AGH (CDU)

Ist von den Regierungsparteien SPD und CDU eine Antwort zu erwarten?


Ja, die regierende SPD reagiert, auch wenn die Antwort wenig hilfreich ist.

an @stefangelbhaar (Grüne), @rka (Piraten) und @LinksFraktionB (Linke)

Aber von den Oppositions-Parteien wird sicherlich mehr zu erwarten sein. Zumindest von der Partei die "passt auf" direkt ins Zentrum des Moritzplatzes plakatierte. Psst, ganz leise, die Opposition schläft - natürlich.

Der Knall

Nachdem die bezahlten Aufpasser des Landes mehr oder weniger nicht reagiert hatten, ergreift der ADFC-Berlin das Wort. Und was für ein Wort. Ein gaaannnz dickes soll es sein.

Beispielsweise der Moritzplatz. Hier kam es jedes Jahr zu schweren Fahrradunfällen, oft mit Todesfolge.

Oft mit Todesfolge?

Befindet sich der ADFC derzeit auf einer populistischen Abfahrt? Oder hat die Polizei da jahrelang Todesopfer verschwiegen?

Zur Erinnerung in der Unfallstatistik der Polizei sind für den Unfallschwerpunkt Moritzplatz keine tödlich verunglückten Radfahrer verzeichnet.

Der ADFC erkennt gar eine Entschärfung am Moritzplatz.


passt auf (aktualisiert 04.05.2016)

Es ist schon beeindruckend, wie die passt auf-Fraktionen im Abgeordnetenhaus Berlin ...

... na, warten wir es ab.

Wann informiert der Senat über den Erfolg der Umbauten am Moritzplatz? @cjgaebler

BUNDjugend vergibt 1. Berliner Fahrradpreis (aktualisiert 15.12.2016)

Goldene Klingeln gingen an: Moritzplatz für den vorbildlichen Umbau.

Die Berliner Morgenpost: Laut Verkehrsverwaltung ging die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um 50 Prozent zurück.

Das klingt erst mal gut. Aber was soll das bedeuten?

Warum argumentiert die Verkehrsverwaltung bei derart geringen Werten mit einem Rückgang um 50 Prozent und nennt nicht die absoluten Zahlen?

Bedeutet ein Rückgang um 50 Prozent, dass 2016 weniger Radler verletzt wurden als 2014?

Ich würde mich freuen, wenn meine Zweifel unberechtigt sind. Wann darf ich das?

Nun ist das so eine Sache mit der Freude. Ihr wisst ja, manchmal ist man da etwas ungeduldig, Freunde. Ja Freunde und Helfer, so hatte ich es in der Schule gelernt, werden freundlich und hilfreich ... . Die wissen das.

Sehr geehrter Herr Paschke,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Um Ihnen Auskünfte erteilen zu können, benötige ich die Vorlage eines Presseausweises. Ich bitte Sie , diesen per E-Mail zu übersenden.

Mit freundlichen Grüßen
im Auftrag

Martin Dams, Kriminalhauptkommissar

Plums, "im Auftrag". ...

Hmm, der Tagesspiegel berichtet von einer märchenhaften Entwicklung. Wer hat denen das verraten? Nun ja, einen Presseausweis werden die schon vorlegen können.

Dann, am 28.12.2016, legt der Senat den Verkehrssicherheitsbericht 2016 vor.

Ich sage es mal so: die Spannung bleibt und die Geduld des Papiers ist beeindruckend.

Verkehrsunfallstatistik 2016 (aktualisiert 03.03.2017)

Überraschung? Nein.

Der Moritzplatz gehört weiterhin zu den Verkehrsunfallbrennpunkten der Stadt. Die Entwicklung stellt sich so dar.

Zur Erinnerung einige Eckdaten:

Man könnte meinen, dass sich irgendwer wohl zielstrebig geirrt haben könnte.

Könnte man.

Positiv stellt sich hingegen die Entwicklung des Radverkehrs in Berlin dar, wenn wir die ganze Stadt betrachten. Die Zahl der jährlich verletzten Radfahrer in Berlin steigt in den letzten Jahren langsamer als der Radverkehr.

Quellen:
Fahrradverkehr-Pegelzählungen BERLIN, Jahresbericht 2015
bei Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin
Die wichtigsten Fakten aus der polizeilichen Unfallstatistik
bei ADFC Berlin
Verkehrssicherheitslage 2016
bei Polizei Berlin