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Feinstaub

Feinstaub-Grenzwert 2014 an 48 Tagen überschritten.

Saubere Luft ist Lebensqualität!

Müller hat einen Plan! Mächtig gewaltig - Müller hat einen Plan!

Der führende Berliner Umwelt-Experte hat nun auch die Macht. Macht ja nix, denkt da mancher.

Aber Müller hat auch ein Argument! Er darf nicht. Er darf nicht zulassen, dass die Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg in ihren Diensträumen vergiftet wird.

Was will er veranlassen? Was hat er vor? Tempo 30?

Er kann nicht alles - sagt er bescheiden. Er kann nicht alles mit der Bimmelbahn rumfahren.

Rätselraten im Parlament.

Ist das die Zukunft? Lebensqualität in der Stadt? Werden jetzt Autos an den Rand gedrängt?

Der erfahrene Taktiker beruhigt erst einmal die Welt.

Schiebt ihn ab - den Feinstaub!

Der Bund ist gefragt. Dann brauchen wir neue Grenzen. Aber das Umweltbundesamt spielt da nicht mit.

Die Ursachen müssen beseitigt werden.

Müller kennt sie.

Man kann es so sehen.

Oder so!!!

Man kann es so sehen.

Oder so??? - „Wichtig sind erstmal der jetzige und der nächste 17. Bauabschnitt.“

Luftreinhalteplan 2011-2017 - Szenarienrechnungen zur Wirkungsbeurteilung ausgewählter Maßnahmen auf die Luftqualität im Straßenraum

Für das Prognosejahr 2020 wurde als Infrastrukturveränderung der Bau der Autobahnverlängerung A100 vom Autobahndreieck Neukölln nach Treptow in die Modellierung einbezogen.

Wir erinnern uns. Müller hat einen Plan. Es geht um die Lebensqualität! Das ist eine Frage der Haltung.

Eine Frage der Haltung, der Haltung zu unseren Grundwerten.

Konkrete Vorschläge gegen die Feinstaubbelastung in Stuttgart macht der Nabu Baden-Württemberg. In erster Linie spricht sich der Naturschutzbund für eine "Verkehrsvermeidung" im Stuttgarter Kessel aus. Dies geht dem Nabu zufolge über einen attraktiveren öffentlichen Nahverkehr, Park-and-Ride-Angebote und ein besseres Radwegenetz.

Wird jetzt Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) Farbe bekennen?

Ganz anders reagiert man in Berlin. Frech wie Bolle, könnte man meinen.

A100 bis zur Frankfurter Allee (DEBE065): „Wichtig sind erstmal der jetzige und der nächste 17. Bauabschnitt.“

Niederländische Wissenschaftler haben die durchschnittlichen Schadstoffhöchstkonzentrationen gemessen. Ergebnis: Der Autofahrer ist 1,5- bis 6-fach höheren Konzentrationen ausgesetzt als ein Fußgänger oder Radfahrer. Grund hierfür ist, dass die Schadstoffe in der Außenluft sehr viel besser verdünnt werden, während sie sich im Inneren des Autos anreichern.

Radfahrer atmen jedoch durch ihre Bewegungsarbeit bereits mehr Luft ein als die im "Ruhezustand" befindlichen Autofahrer: Verbraucht ein wenig trainierter Radler etwa 40 bis 50 Liter Luft pro Minute, sind es beim Autofahrer lediglich 10 bis 15 Liter.

Der BGH betont das Gebot der Rücksichtnahme. Sollten die Nachbarn das nicht einhalten, kommt auf die Justiz allerdings viel Arbeit zu.

Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme fordert nicht nur der Bundesgerichtshof, sonder auch die StVO. Der BGH stellt eindeutig klar, dass die Atmosphäre (Wikipedia) nicht vergiftet werden darf. Weder die Luft zum Atmen noch die Stimmung in der Eckkneipe.

Nun ja, könnte man meinen, Müller hat ja einen Plan und Brüssel ist weit entfernt.

Aber das Bundesverwaltungsgericht verlangt einen realistischen Plan.

Einen Plan, der das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit garantiert.

Die WHO hält die Grenzwerte der EU für unzureichend.

Es geht um das Leben. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Politik. Es geht um die Zukunft.

Virchow hatte sich von Bismarck so einiges an den Kopf werfen lassen. Er ist nicht umgefallen. Er hat seinen Dickschädel durchgesetzt. Stolz sind wir auf ihn.

Ob schwarze, rote, goldene, grüne, oder blaue Anschauungen, das darf nicht entscheiden. Es geht um das Leben. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Politik. Es geht um die Zukunft.

Es gibt sie, die Virchows unter den Politikern. In Brüssel, in Berlin. In allen Bundesländern und in allen Parteien. Setzt euch zusammen und verhindert, dass uns die Luft zum atmen genommen wird.

Menschen, die freiwillig und gern mit dem Rad fahren, sollte niemand frustrieren. Sonst stehen noch mehr PKWs auf den Straßen.

Fahrräder sind Teil der Lösung

Allein mit dem ÖPNV wird es nicht gehen.

Zum Antrag der Piratenfraktion

Am 19.02.2015 wird im Plenum des Abgeordnetenhauses Berlin der Antrag der Piratenfraktion beraten werden.

Die Piraten schlagen vor, dass an Überschreitungstagen die Benutzung von Bussen und Bahnen ohne Fahrschein ermöglicht werden soll. Dabei springen sie jedoch etwas kurz, denn ihr Vorschlag soll nur greifen, wenn Grenzwerte an mehr als drei von sechs Straßenmessstellen überschritten wird.

An den Messstellen DEBE065 (Frankfurter Allee) und DEBE069 (Mariendorfer Damm) wurde der Feinstaubgrenzwert vom 01.01.2015 bis einschließlich 18.02.2015 bereits sieben mal überschritten.

Alle Berliner haben ein Recht auf Schutz der Gesundheit - in allen Stadtteilen.

Auch die Kinder in Friedrichshain, dort wo uns von der Messstelle DEBE065 schutzbedürftige Kinderaugen anblicken.

Schnelle Reaktion von Andreas Baum (Piratenfraktion). Danke.

Lüftgüte-Messnetz BLUME - Pusteblume?

Eine Pusteblume auf dem Titel. Das ist frech.

In der Broschur dann:

Messungen haben gezeigt: Tempo 30 kann auf Hauptstraßen die verkehrsbedingte Zusatzbelastung von Stickstoffdioxid um bis zu 15 % senken. Bei Feinstaub (PM10) beträgt der Rückgang sogar fast ein Drittel, sofern der Verkehr stetig fließt.

und

Untersuchungen zeigen: Stadtweit sinkt die Belastung durch Luftschadstoffe, wenn die Bürgerinnen und Bürger künftig mehr Wege per Rad zurücklegen. Würden sie wenigstens teilweise für Strecken unter 10 km das Rad nutzen, ließen sich etwa 10 % bis 13 % der Pkw-Emissionen vermeiden.

Die Luftverunreinigung Berlins wird seit 1975 durch das Berliner Luftgüte-Messnetz (BLUME) kontinuierlich gemessen.

Das Messnetz besteht derzeit aus 16 ortsfesten Messstationen für Luftschadstoffe und zusätzlich einer meteorologischen Station.

Von den einzelnen Stationen werden die 5-Minuten-Werte jedes Schadstoffes zur Messzentrale in der Brückenstraße (Mitte) übertragen und daraus die Halbstunden-, Stunden- und Tageswerte als Basis für die weitere Auswertung berechnet.

Berliner Luftgüte-Messnetz BLUME - Pusteblume?

Seht unseren Kindern ins Gesicht. Der Vorher-Zustand wurde durch einen Plakatkleber wohl zufällig an der Luftgüte-Messstelle DEBE065 konserviert. Aufgenommen am siebenten Feinstaub-Überschreitungstag, dem 18.02.2015.

Wer hier wegsieht, der macht sich schuldig.

Wir haben die Wahl: mehr Radfahrer = weniger Feinstaub

Dann schauen wir nach dem Feinstaub-Tabellenführer, nach Stuttgart. Dort haben die Bürger sich für die Grüne Macht entschieden - im Land und in der Stadt.

Fritz Kuhn erklärt: Ich lauf' oben in Degerloch. Den grünen Kapuzenpullover von Claudia Roth trägt er wohl nicht.