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Cycling Unites

Hallo,

mein Name ist Sascha und fahre regelmäßig bei der CM mit. Bisher habe ich dem Hausherrn dieser Seite immer wieder mal ein paar Bilder geschickt, die er zu den seinen packen konnte. Dies hier mache ich nun allein.

Bernd-Michael und ich sind uns einig, ein paar Worte zur Positionierung voranzustellen. Seine Position zu der Fahrt, um die es hier geht und auch zum Bar Camp auf der Fahrradschau, hat er ja hier schon klar gemacht.

Zu meiner Sicht der Dinge:

Ich teile seine Abneigung gegen die Verwendung des Begriffs "Critical Mass" in diesem Zusammenhang - Critical Mass hat keine festgelegte Route und letztendlich keine direkte politische Aussage. Ob so ein massenhaftes nicht-organisiertes Auftreten von Radfahrern im Straßenverkehr nun politisch ist oder nicht, darüber ließe sich lange philosophieren. Aber wenn sie politisch ist, dann eben Verkehrspolitisch. Wegehelds Schlenker von der Diskriminierung der Muslime und Juden zu der der Radfahrer jedoch finde ich fragwürdig.

Jüdisch sein, Muslim sein, Atheist oder Christ sein, das hat eine ganz andere Tiefe, eine ganz andere Verankerung in der Persönlichkeit eines Menschen und der Geschichte seiner Familie als schlicht und einfach Fahrrad fahren. Und auch Diskriminierung oder gar Verfolgung auf Basis dieses so Seins ist eine ganz ganz andere, wesentlich finsterere Sache als in der Verkehrsplanung nicht ernst genommen zu werden. So sehr wir mehroderweniger-Fahrradaktivisten uns zurecht darüber aufregen.

(Eigentlich sollte hier noch viel mehr stehen, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen. Nur so viel: ich war bei der Fahrradschau und halte sie im großen ganzen für eine gute Sache. Solange das, was mich stört, nicht "Radfahren gegen die Homopropaganda!" oder so heißt, kann ich mit anderthalb Punkten, die mir nicht passen, gut leben.)

Sascha, 01.05.2015